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Naturkosmetik: Was gegen „Natur pur für die Haut“ spricht

„Schöne und gesunde Haut einzig und allein mit der Kraft der Natur“ – die Versprechungen der Naturkosmetikproduzenten klingen verheißungsvoll und in ihrem Ansatz sinnig. Wieso auf konventionelle Kosmetik zurückgreifen, wenn die Natur all das bietet, was unserer Haut gut tut? So verbinden wir mit Naturkosmetik Reinheit und Gesundheit – ganz ohne Chemie. Und Cremes, Lotionen, Shampoos und dekorative Kosmetik auf Naturbasis boomen. Inzwischen findet sich in der Drogerie, der Apotheke und Online eine breite Auswahl zahlreicher Naturkosmetik-Anbieter. Was dabei jedoch nicht immer ganz klar erscheint: Naturkosmetik klingt zwar reizend –  wirkt aber auch manchmal so.

Naturkosmetik – häufig ein „Potpourri“ von Inhaltsstoffen

Eine europaweit einheitliche Definition, was unter Naturkosmetik zu verstehen ist und was in ihr stecken darf, existiert nicht – und bis heute ist die Bezeichnung nicht begrifflich geschützt. Naturkosmetik basiert meist auf Rohstoffen pflanzlichen, mineralischen oder tierischen Ursprungs sowie auf deren Gemisch. Es finden meist Fette, Öle und Wachse wie Olivenöl, Arganöl, Sojaöl, Kakaobutter, Sheabutter und Bienenwachs Verwendung. Daneben kommen Kräuterextrakte, Blütenwässer und ätherische Öle sowie natürliche Aromen zum Einsatz. Häufig beinhalten Naturkosmetikprodukte eine vielfältige Zusammensetzung dieser Inhaltsstoffe, und es entsteht eine Kombination von unterschiedlichen Extrakten, Aroma- und Parfumstoffen sowie ätherischen Ölen. Gerade empfindliche Haut kann auf solch einen Mix mit Hautreizungen reagieren. Pflanzenextrakte wie Arnika, Kamille oder Ringelblume gelten zum Beispiel als allergieauslösend. Ebenso können ätherischen Öle je nach Art und Konzentration bei einer Empfindlichkeit zu Allergien und Reizungen führen.

Wie kann man Natur einsetzen?

Bei gut verträglicher Kosmetik mit natürlichen Bestandteilen werden durch den chemischen Prozess des Aufreinigens den Pflanzenextrakten die allergisierenden Bestandteile entzogen. Der wirksame Teil des Extraktes bleibt übrig. Ein Beispiel ist der isolierte Wirkstoff Bisabolol – er ist weniger allergen als Kamillenextrakt. Auf diesen chemischen Vorgang muss bei der Herstellung von Naturkosmetik verzichtet werden – das kann die Verträglichkeit von Naturkosmetikprodukten erheblich verringern. Eine allergische Reaktion kann sich zum Beispiel in Form einer Kontaktallergie äußern. Kommt die Haut mit einem allergieauslösenden Stoff in Berührung, kann sie mit Rötungen, Juckreiz und Bläschenbildung reagieren. Diese Abwehrreaktion des Körpers kann auch durch Pflanzenstoffe, Duftstoffe oder auch Konservierungsmittel entstehen, die bislang gut vertragen wurden. Besonders schwierig ist die Identifikation der auslösenden Substanz, da die allergische
Reaktion häufig verzögert eintritt.

Ein weiterer Risikofaktor der Naturkosmetik ist der Verzicht auf Konservierungsstoffe. Dieser führt dazu, dass Naturprodukte häufig anfälliger für Keime sind. Wer dennoch auf Naturkosmetik setzen möchte, sollte daher auf eine kleinere Menge zurückgreifen, um dem Verderben der Produkte vorzubeugen.

Auf den Hauttyp kommt es an

Wir können also festhalten: „Natur pur“ ist nicht zwangsläufig besser für unsere Haut. Letztendlich sollte die Entscheidung für oder gegen ein Naturkosmetikprodukt vom eigenen Hauttyp abhängen, denn: Sind bestimmte Allergien oder Unverträglichkeiten vorhanden, sollte man Produkte, die diese Stoffe enthalten, unbedingt meiden.

Infos zu den Inhaltsstoffen findet man bei jedem kosmetischen Produkt auf der INCI – also auf der Liste der Bestandteile eines Kosmetikproduktes.

Verschiedene natürliche Wirkstoffe in Gläsern

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