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Überpflegte Haut: So kommt es zur Perioralen Dermatitis

Gut gemeint ist manchmal gar nicht gut! Wer seine Haut mit reichhaltiger Pflege verwöhnen will, kann unter Umständen das Gegenteil erreichen und eine Periorale Dermatitis (POD) hervorrufen. Die entzündliche Hautkrankheit wird auch Mundrose genannt, denn sie weist typischerweise rund um den Mund bläschenartigen Ausschlag auf. Lesen Sie hier, warum „überpflegte“ Haut zu Perioraler Dermatitis neigt, was es mit der Krankheit auf sich hat und welche Maßnahmen Sie zur Behandlung einleiten können.

Zu viel Gesichtspflege – geht das überhaupt?

Ja, tatsächlich kann zu viel Pflege Ihre Haut überfordern. Insbesondere Feuchtigkeitscremes können der Haut bei übermäßiger Verwendung und ständigem Wechsel der Cremes zusetzen. Die feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffe quellen die Epidermis (Oberhaut) auf. Geschieht dies zu häufig, kommt es zu einer Störung der schützenden Hautbarriere. Daraufhin trocknet die Haut aus, die natürliche Mikroflora kommt aus dem Gleichgewicht und das Risiko für Entzündungen steigt.

Bakterien können sich in dieser Umgebung nämlich besonders gut ausbreiten und für Infektionen sorgen. Das Problem: Um das unangenehme Trockenheits- und Spannungsgefühl zu reduzieren, greifen viele Menschen erneut nach feuchtigkeitsspendenden Cremes – die das Hautproblem weiter verstärken. Ein echter Teufelskreis, der vermehrt junge Frauen betrifft, die großen Wert auf eine makellose Haut setzen und häufig neue Pflegeprodukte ausprobieren.

Wussten Sie, dass die Periorale Dermatitis früher auch Stewardessenkrankheit genannt wurde?

Flugbegleiterinnen sind häufiger von der Krankheit betroffen. Der Grund: Sie legen in der Regel besonderen Wert auf eine gepflegte Erscheinung. Viel Make-up, das auch über einen langen Tag halten muss, gehört dort zum Alltag. Hinzu kommt die trockene Kabinenluft.

Frau im Bademantel lächelt und berührt ihre gepflegte Haut im Gesicht

An welchen Symptomen erkenne ich eine Periorale Dermatitis?

Die Periorale Dermatitis oder auch Mundrose zeigt sich in Form von Rötungen, Hautschüppchen und/oder Juckreiz. Im fortgeschrittenen Stadium kommen gerötete Knötchen (Papeln) hinzukommen. Wie der Name sagt entstehen die Symptome rund um den Mund (perioral), wobei häufig ein schmaler Rand um die Lippen symptomfrei bleibt. Auch der Nasenbereich kann betroffen sein. Bei der Periokulären Dermatitis befinden sich die Merkmale rund die Augen.

Wie unterscheiden sich Periorale Dermatitis und Rosacea?

Rötungen und entzündliche Papeln im Gesicht können sowohl bei der Perioralen Dermatitis als auch bei der Rosacea – genauer: bei ihrem Subtyp „Rosacea papulopustulosa“ – auftreten. Zwar wird die Periorale Dermatitis gelegentlich auch Rosacea-artige Dermatitis genannt, dennoch handelt es sich um zwei verschiedene Hauterkrankungen. Die wichtigsten Unterschiede sind:

  • Ursache: Bei beiden Krankheiten sind die Ursachen noch nicht vollends geklärt, allerdings deutet Vieles darauf hin, dass bei der Rosacea die genetische Veranlagung eine Rolle spielt. Für die Entstehung einer Perioralen Dermatitis hingegen scheint das Pflegeverhalten verantwortlich zu sein.
  • Symptome: Bei der Rosacea konzentrieren sich die Symptome auf Wangen und Nase, gelegentlich auch auf das Kinn. Nase und Kinn können zwar auch bei der Perioralen Dermatitis betroffen sein, der Fokus liegt hier aber auf der Mundpartie.
  • Verlauf: Die Rosacea ist eine chronische Hauterkrankung, das heißt, dass sie nicht heilbar ist und in Schüben verläuft. Die Periorale Dermatitis dagegen ist durchaus heilbar.

Was kann ich bei einer Perioralen Dermatitis tun?

Weil die Mundrose in der Regel durch ein Zuviel an Hautpflege entstanden ist, sollten Sie die Verwendung von Pflegeprodukten deutlich einschränken. Wir empfehlen den kompletten Verzicht auf Cremes, Seren und andere Kosmetika – die sogenannte Nulltherapie. Sie gibt Ihrer Haut die Möglichkeit sich wieder von allein zu regenerieren. Für die Gesichtsreinigung empfehlen wir in dieser Zeit besonders milde Präparate, wie z.B. AESTHETICO cleansing lotion. Versuchen Sie darüber hinaus den Kontakt mit Wasser im Gesicht auf ein Minimum zu reduzieren.

Sobald die Periorale Dermatitis abgeklungen ist, sollten Sie Ihre alte Pflegeroutine überprüfen. Vermeiden Sie häufige Wechsel der Pflegeprodukt und verringern Sie falls nötig die Anwendungsfrequenz. Zur langsamen Eingewöhnung können Sie nach einiger Zeit auf eine Gesichtspflege zurückgreifen, die die Hautbarriere stärkt und beruhigend wirkt. Unser Produkttipp: AESTHETICO scaling balm.

Gerade wenn Ihre Haut neben Rötungen auch Entzündungen aufweist, empfehlen wir Ihnen in jedem Fall den Gang zum Dermatologen. Der Arzt wird Ihnen die passenden Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen. Möglicherweise ist eine medikamentöse Behandlung, z.B. mit Antibiotika, notwendig.

Übrigens steht UV-Strahlung unter Verdacht, die Periorale Dermatitis zu verstärken. Es ist daher ratsam, Sonnenbäder und Solarienbesuche zu vermeiden. Ihre Haut dankt es Ihnen – auch in Bezug auf vorzeitige Hautalterung.

Geduld ist ein hilfreicher Begleiter, wenn es darum geht, die Periorale Dermatitis loszuwerden. Bleiben Sie diszipliniert am Ball und steigern Sie so die Chancen, dass Ihre Mundpartie bald wieder frei von Rötungen, Papeln und Co. ist.

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