Sonnenschutz richtig auftragen – Auf was Sie achten müssen
An einem sonnigen Tag am See oder beim Sonnenbaden am Strand darf die Sonnencreme natürlich nicht fehlen. Im Alltag hingegen wird das Eincremen der Haut oft vernachlässigt. Doch ist Sonnenschutz wirklich nur beim Sonnenbaden notwendig – oder auch im täglichen Leben sinnvoll? In diesem Beitrag erfahren Sie, worauf Sie beim Auftragen von Sonnenschutz achten sollten und warum UV-Schutz das ganze Jahr über wichtig ist.
Warum ist täglicher Sonnenschutz so wichtig?
Ultraviolette (UV-)Strahlung kann unsere Haut nachhaltig schädigen – unabhängig davon, ob die Sonne scheint oder der Himmel bewölkt ist. Deshalb ist es wichtig, alle Sonnenschutzregeln konsequent einzuhalten: starke UV-Strahlung besonders zur Mittagszeit meiden, Schatten aufsuchen und schützende Kleidung tragen. Die verbleibenden, unbedeckten Hautstellen sollten mit einem geeigneten Sonnenschutzmittel geschützt werden.1
Sonnenschutzprodukte können das Auftreten eines Sonnenbrandes verzögern und helfen, lichtbedingten Hautschäden wie vorzeitiger Hautalterung und Hautkrebs vorzubeugen.1
Was sagt der Lichtschutzfaktor aus?
Der Lichtschutzfaktor (LSF) beschreibt den Schutz vor UV-B-Strahlung und wird weltweit nach der „internationalen Methode zur Bestimmung des Lichtschutzfaktors“ festgelegt.2 Er gibt an, um welchen Faktor sich die Aufenthaltsdauer in der Sonner verlängert im Verhältnis zur ungeschützten Haut.3
Doch Vorsicht: Selbst Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor bieten keinen vollständigen Schutz. Die berechnete Schutzdauer sollte höchstens zu etwa 60 Prozent ausgeschöpft werden.
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt:2
- Mindestens LSF 30 für den Alltag
- LSF 50+bei Aufenthalten in großer Höhe, im Schnee, am oder im Wasser sowie in sonnenintensiven Regionen
- Für Kinder, UV-empfindliche Personen und Menschen mit Hauttyp I und II ebenfalls LSF 50+
Sonnenschutzmittel richtig auftragen: Die wichtigsten Schritte
1. Sonnenschutz rechtzeitig auftragen
Sonnenschutzprodukte sollten 20 bis 30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne aufgetragen werden, damit sich die Schutzwirkung optimal entfalten kann.1 Wer erst am See oder am Strand zur Sonnencreme greift, wenn die Haut bereits warm oder leicht gerötet ist, kommt meist zu spät. Zudem werden beim schnellen Eincremen im Freien häufig wichtige Hautstellen vergessen. Tragen Sie die Sonnencreme deshalb am besten in Ruhe zu Hause auf – so wird der Schutz gleichmäßiger und vollständiger.
2. Sonnenschutz großzügig auftragen
Beim UV-Schutz gilt: Viel hilft viel. Wird zu wenig Produkt verwendet, verringert sich die Schutzleistung deutlich.
Um den angegebenen Lichtschutzfaktor zu erreichen, sollten etwa 2 Milligramm Sonnencreme pro Quadratzentimeter Haut aufgetragen werden. Für den gesamten Körper eines Erwachsenen entspricht das rund 40 Gramm Sonnencreme – also deutlich mehr als die meisten tatsächlich verwenden.2
Faustregel:2 Ein Teelöffel für das Gesicht Zwei bis drei Esslöffel für den Körper Eine 200-ml-Flasche sollte nach ca. fünf Anwendung leer sein.2
3. Sonnenschutz regelmäßig nachtragen
Ein weit verbreiteter Irrglaube besagt, dass Nachcremen die Schutzzeit verlängert – das stimmt jedoch nicht so ganz. Das erneute Auftragen sorgt lediglich dafür, dass der vorhandene Schutz aufrechterhalten wird.3
Cremen Sie daher etwa alle zwei Stunden nach, besonders nach dem Baden, starkem Schwitzen oder Abtrocknen. Auch bei Sonnenschutzprodukten, die als „wasserfest“ gekennzeichnet sind, bleibt nach Kontakt mit Wasser oder Schweiß nur etwa die Hälfte der ursprünglichen Schutzleistung erhalten.2
Für maximale Sicherheit gilt also: Regelmäßig nachcremen, besonders bei langen Aufenthalten im Freien.
Warum ist UV-Schutz auch im Schatten und an bewölkten Tagen notwendig?
Häufig werden Sonnenschutzprodukte nur angewendet, wenn sich bewusst der Sonne aussetzt wird. Bei einem Aufenthalt im Schatten oder wenn es bewölkt ist, wird meistens auf die Sonnencreme verzichtet. Doch Vorsicht: Auch im Schatten kann ein Sonnenbrand entstehen. Schattenplätze mindern zwar 50 bis 90 % der UV-Strahlung, dies ist aber stark abhängig von der Art des Schattens. Auch wenn Sie unter einem Sonnenschirm liegen, sollten Sie einen hohen Lichtschutz verwenden. Denn durch die Reflexion der Umgebungsstrahlung sind Sie bis zu 50 % der UV-Strahlung ausgesetzt.3
Achten Sie auch an bewölkten Tagen auf ausreichend UV-Schutz. Denn UV-Strahlen gelangen auch durch Wolken und die UV-A-Strahlung ist sogar das ganze Jahr relativ konstant. Achten Sie daher beim Kauf eines Sonnenschutzproduktes auf das UV-A-Siegel.4
Aus diesem Grund sollten Sie das ganze Jahr einen Lichtschutz in Form einer Tagespflege mit UV-Schutz (z. B. AESTHETICO skin harmonizer SPF 50 oder AESTHETICO suncare cell protect fluid SPF 50+) verwenden. Denken Sie daran: Auch wenn kein Sonnenbrand entstanden ist, können dennoch Schäden vorliegen, die aber mit dem bloßen Auge nicht sichtbar sind.
Was ist, wenn meine Sonnencreme abgelaufen ist?
Im Schnitt kauft jeder Deutsche alle zwei Jahre eine neue Packung Sonnencreme. Dabei kann das Verfallsdatum schnell erreicht sein. Werfen Sie daher vor der nächsten Anwendung unbedingt einen Blick auf die Haltbarkeit, denn nach Ablauf des Verfallsdatums sollte Sonnencreme nicht mehr verwendet werden.
Auf den Produkten steht entweder ein genaues Mindesthaltbarkeitsdatum oder es ist ein Tiegelsymbol aufgedruckt. Das Tiegelsymbol gibt an, wie viele Monate ein Produkt nach dem Öffnen verwendbar ist (z.B. 12M oder 24M).
Als Tipp: Notieren Sie mit einem wasserfesten Stift, wann Sie das Produkt geöffnet haben. Ungeöffnet sind Produkte mindestens 30 Monate haltbar.
Achten Sie auch darauf, dass Ihre Sonnencreme am Strand nicht in der prallen Sonne liegt und eher im Schatten oder in der Tasche gelagert wird. Ebenso sollten Sonnenschutzprodukte im Sommer nicht allzu lange im Auto aufbewahrt werden. Kommt es beim Produkt zu einer Phasentrennung, Ausflockung, Verfärbung oder einem ungewöhnlichen Geruch, sollte es unbedingt entsorgt werden. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie lange das Produkt schon bei Ihnen im Kosmetikschrank steht, sollten Sie die alte Sonnencreme durch eine neue ersetzen.
Sonnencreme auf einen Sonnenbrand auftragen – macht das Sinn?
Erst einmal gilt: Hautstellen, die von Sonnenbrand geprägt sind, gehören nicht in die Sonne. Der Sonnenbrand muss unbedingt vor der Sonne geschützt werden bis er wirklich abgeheilt ist. Ein Sonnenbrand hat etwa nach 12 bis 24 Stunden seinen Höhepunkt erreicht und die Symptome klingen nach ungefähr 72 Stunden ab.5 Durch das Auftragen von Sonnencreme haben Sie das Gefühl, dass Sie Ihre Haut vor UV-Strahlung schützen, obwohl die Eigenschutzzeit der Haut durch den Sonnenbrand fast vollkommen geschwächt ist. Sonnenbelastete Hautstellen können am besten mit dunkler, blickdichter Kleidung abdeckt werden. So werden sie vor weiteren Schäden geschützt.
Ebenso sollten Sie sich eher im Schatten aufhalten als in der Sonne. Auch die sonnengestresste Haut benötigt eine spezielle Pflege, die die Haut beruhigt und Regenerationsprozesse beschleunigt.
Als After-Sun-Produkt eignet sich z.B. das AESTHETICO aloe vera active gel der AESTHETICO scaling balm.
Empfohlene Produkte
Quellen
- Kurz B, Berneburg M, Singer S. Sonnenschutz der menschlichen Haut: Grundlagen. Hautarzt. 2022;73(4):251-256. doi:10.1007/s00105-022-04953-2
- Bundesamt für Strahlenschutz. Sonnencreme: Schutz vor UV-Strahlung. Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). March 7, 2025. https://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/schutz/sonnencreme/sonnencreme_node.html
- Herrmann K, Trinkkeller U. Sonne und menschlicher Organismus. In: Dermatologie Und Medizinische Kosmetik: Leitfaden Für Die Kosmetische Praxis. Springer Berlin Heidelberg; 2020:113-123. doi:10.1007/978-3-662-60990-3_14
- Battie C, Jitsukawa S, Bernerd F, Del Bino S, Marionnet C, Verschoore M. New insights in photoaging, UVA induced damage and skin types. Exp Dermatol. 2014;23(s1):7-12. doi:10.1111/exd.12388
- Abeck D. Sonnenbrand. In: Häufige Hautkrankheiten in Der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie. Springer Berlin Heidelberg; 2020:163-165. doi:10.1007/978-3-662-57447-8_33