Fruchtsäuren und Rosacea – eine gute Kombination?
Wer Rosacea hat, weiß, dass die Haut empfindlich auf Reize wie UV-Strahlung, Stress oder bestimmte Produkte reagieren kann.1 Fruchtsäuren werden durch das Wort ,,Säure‘‘ im ersten Moment eher mit Hautreizungen in Verbindung gebracht, wodurch ihre Anwendung bei Rosacea zunächst widersprüchlich erscheint.
Doch der Schein trügt. In der richtigen Konzentration können Fruchtsäuren die Hautbarriere sogar stärken und die Widerstandsfähigkeit der Haut verbessern.2 Wie genau das funktioniert und was Sie bei der Anwendung beachten sollten, erfahren Sie in diesem Blogartikel.
Was sind Fruchtsäuren und wie wirken sie bei Rosacea?
Fruchtsäuren sind natürliche organische Säuren, die unter anderem in Äpfeln, Trauben, Zitrusfrüchten, Mandeln und sogar Milch vorkommen. In der Hautpflege werden sie besonders wegen ihrer hauterneuernden Eigenschaften geschätzt. Dadurch gewinnt die Haut an Widerstandsfähigkeit und entwickelt ein gleichmäßigeres, feineres Hautbild.3 Aber nicht nur die hauterneuernden Eigenschaften sind bei einer Rosacea von Vorteil: Eine Rosacea-Haut weist häufig einen erhöhten pH-Wert auf. Dies kann die Hautbarriere zusätzlich schwächen, das Hautmikrobiom aus dem Gleichgewicht bringen und die Entstehung von Entzündungen begünstigen. Fruchtsäureprodukte mit ihrem natürlich sauren pH-Wert können helfen, diesen Wert wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Ein regulierter, leicht saurer pH-Wert hat dabei gleich mehrere Vorteile:
- Stärkt die Hautbarriere
- Macht die Haut resistenter gegenüber äußeren Reizen
- Kann das Wachstum der Demodex-Milbe hemmen, welche laut aktueller Forschung eine Rolle bei der Entstehung von Rosacea spielt4
AHAs (Alpha-Hydroxysäuren)
AHAs wie Glycolsäure oder Milchsäure zeichnen sich durch ihre geringe Molekülgröße aus. Dadurch dringen sie tief in die Haut ein und unterstützen die Kollagenbildung, Zellregeneration und Hauterneuerung. Diese Eigenschaften machen sie auch zu einem beliebten Anti-Aging-Wirkstoff.2
Vorteile von AHAs bei Rosacea:
- Regulierung des pH-Wertes
- Stärkung des geschwächten Bindegewebes
- Milder, hornlösender (keratolytischer) Effekt gegen Unreinheiten und leichten Schuppungen
- Verfeinerung des Hautbildes
BHAs (Beta-Hydroxysäuren)
BHAs wie zum Beispiel Salicylsäure besitzen lipophile Eigenschaften, wodurch sie sich mit Fett und Talg verbinden können. Dies ermöglicht es ihnen, bis in die Talgdrüsen zu wandern und dort Entzündungen zu reduzieren sowie Ablagerungen in den Poren zu lösen.5
Vorteile von BHAs bei Rosacea:
- Regulierung des pH-Wertes
- Entzündungshemmende Wirkung
- Talregulation
5 Tipps für die heimische Anwendung von Fruchtsäure bei Neigung zu Rosacea
Damit Fruchtsäuren ihre positive Wirkung bei Rosacea entfalten können, ist die richtige Anwendung entscheidend:
1. Gründliche 2-Schritt-Reinigung vor der Anwendung
Eine gründliche Reinigung verbessert die Wirkung und bereitet die Haut auf die Fruchtsäure vor.
Schritt 1: Reinigung, z. B. mit AESTHETICO revitalizing foam
Schritt 2: Tonisierendes Gesichtswasser, z. B. AESTHETICO refresh & care
2. UV-Schutz nicht vergessen
Fruchtsäuren erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut.2 Daher:
- Produkte nur abends anwenden
- Täglich Sonnenschutz verwenden
- Für Einsteiger*innen: Anwendung in sonnenarmen Monaten beginnen
3. Sanfter Einstieg
- Beginnen Sie mit zwei bis drei Anwendungen pro Woche (langsam steigern, je nach Hautreaktion)
- Starten Sie mit einer niedrigen Konzentration
4. In Kombination mit beruhigenden Präparaten verwenden
Produkte mit beruhigenden Inhaltsstoffen (z. B. AESTHETICO gel couperose) können Hautirritationen vorbeugen.
5. Leichtes Kribbeln? Kein Grund zur Sorge
Ein leichtes Kribbeln ist anfangs normal und zeigt, dass die Haut aktiviert wird. Bei starkem Brennen oder Rötungen sollten Sie die Anwendung pausieren.
Produktempfehlung: AESTHETICO fruit complex
Diese milde Fruchtsäurecreme eignet sich auch bei empfindlicher Rosacea-Haut. Sie enthält eine Kombination aus:
- Glycolsäure
- Feuchtigkeitsspendenden Komponenten wie Glycerin
- Barrierestärkenden Stoffen wie Niacinamid (Vitamin B3)
Sie entfernt sanft abgestorbene Hautzellen, unterstützt die hauteigenen Stoffwechselprozesse und hält die Barrierefunktion aufrecht.
Tipp: Zur Vorbereitung auf ein professionelles Peeling sollte AESTHETICO fruit complex 14 Tage vor der Behandlung abends angewendet werden. So gewöhnt sich Ihre Haut an die aktivierenden Fruchtsäuren und Sie tragen zum Behandlungserfolg bei.
Professionelle Fruchtsäurepeelings bei Rosacea
Im Kosmetikinstitut können hochdosierte
Fruchtsäurepeelings gezielt und sicher eingesetzt werden. Diese bieten eine
ideale Ergänzung zur heimischen Pflege und laut aktuellen Untersuchungen profitiert
Rosacea-Haut von solchen Anwendungen gleich doppelt durch die
- Reduktion
von Entzündungen
- Erhöhung
der Reizschwelle (die Haut wird unempfindlicher)
Mit dem AESTHETICO active³ peel concept bieten
zahlreiche Kosmetikinstitute ein Fruchtsäurepeeling, das sich auch auf die zu
Rosacea neigende Haut zuschneiden lässt. Dabei kommt neben einer Kombination
aus AHA und BHA auch das AESTHETICO
gel couperose zum Einsatz. Die leichte Gelcreme setzt auf einen
5-fach-Wirkkomplex aus Pflanzenextrakten, der eine gefäßstärkende und
hautberuhigende Wirkung hat.
Welche weiteren Behandlungen Rosacea-Betroffene im
Kosmetikinstitut durchführen lassen können, erfahren Sie in unserem Blogartikel
„Rosacea – Professionelle Behandlungen im Kosmetikinstitut“.
Quellen
1. van Zuuren EJ, Arents BWM, van der Linden MMD, et al. Rosacea: New concepts in classification and treatment. Am J Clin Dermatol. 2021;22:457–465. doi:10.1007/s40257-021-00595-7
2. Tang SC, Yang JH. Dual effects of alpha-hydroxy acids on the skin. Molecules. 2018;23(4). doi:10.3390/molecules23040863
3. Philipp Babilas P, Knie U, Abels C. Cosmetic and dermatologic use of alpha hydroxy acids. JDDG: J Dtsch Dermatol Ges. 2012;10(7):488–491. doi:10.1111/j.1610-0387.2012.07939.x
4. Sánchez-Pellicer P, Eguren-Michelena C, García-Gavín J, et al. Rosacea, microbiome and probiotics: the gut-skin axis. Front Microbiol. 2024;14:1323644. doi:10.3389/fmicb.2023.1323644
5. Egli C, et al. The hydroxy acids: Where have we been and what’s new? Dermatol Rev. 2023;4(6):260–267. doi:10.1002/der2.217