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Das Mikrobiom – Bei Akne & Co. falsch besiedelt

Falsch besiedelt

Die Zusammensetzung der Hautflora ist neben weiteren inneren (intrinischen) und äußeren (extrinsischen) Faktoren entscheidend für das Gleichgewicht der Haut und eine funktionierende Barriere. Eine Dysbalance kann zur Entstehung und Verschlechterung bestimmter Hauterkrankungen und Hautveränderungen führen. Die Vielfallt der unterschiedlichen Mikroorganismen nimmt bei erkrankter/veränderter Haut ab. Dabei ist der Grad zwischen gesundheitsförderlich und krankmachend manchmal schmal. Einige Hautkrankheiten lassen sich direkt mit speziellen Mikroorganismen in Verbindung bringen.

In diesem Blogartikel erfahren Sie, wie der Zusammenhang zwischen atopischer Dermatits und Straphylococcus aureus sowie Akne und Propionibacterium acnes ist, warum der pH-Wert der Haut so wichtig ist und wie Sie Ihr Mikrobiom der Haut mit Pflege regenerieren und stärken können.

Waage mit "Intakter Hautbarriere" auf der einen und "Mikroorganismen" auf der anderen Seite

Atopische Dermatitis und Straphylococcus aureus

Bei Neurodermitis findet sich eine erhöhte Anzahl des Bakteriums Straphylococcus aureus in den betroffenen Läsionen. Die erhöhte Keimzahl steht deutlich mit dem Schweregrad der Erkrankung in Verbindung. Neue Studien bestätigen außerdem, dass eine gestörte Hautbarriere einen großen Einfluss auf den Zustand der Haut von Neurodermitikern hat. Ebenso beeinflusst das Mikrobiom die Entscheidung, ob bei Neurodermitikern Allergien entstehen. Die nicht so ausgeprägte Vielfalt an Mikroorganismen macht es den ungebetenen Gästen leichter, sich auszubreiten. So können Neurodermitis-Schübe begünstigt werden. Das Bakterium Straphylococcus aureus kann bei atopischer Dermatitis besonders gut gedeihen und verursacht die typischen nässenden Hautstellen. Durch die gestörte Hautbarriere haben es die Keime einfach, in die Haut einzudringen. Das Immunsystem reagiert auf die Bakterien und verstärkt so die Entzündungsreaktion in der Haut.

Bei Neurodermitis lässt sich bei fast 90 Prozent der Betroffenen eine Besiedelung von Staphylococcus aureus auf der Haut nachmessen. Der potentiell krankmachende Keim ist bei nur weniger als fünf Prozent bei einer gesunden Haut nachzuweisen.

Frau kratzt Haut am Unterarmt

Akne und Propionibacterium acnes

Während der Pubertät kann die stark ausgeprägt Talgproduktion die Vermehrung des so genannten Propionibakteriums begünstigen. Das Propionibacterium acnes (wird auch Cutibacterium acnes) ist ein fakultativ krankmachender (pathogener) Keim, der an der Entstehung der Akne beteiligt ist. In vermehrter Form wirkt dieser dann komedogen (Mitesser bildend) und ist Mitverursacher der Entzündung in den Talgdrüsenfollikeln der Haut.  Neben dem Propionibakterium beeinflussen noch weitere Mikroorganismen die Pathogenese der Akne.

Darstellung der Propionibacterium acnes

Die Haut im sauren Gleichgewicht

Für die intakte Hautbarriere und die gesunde Zusammensetzung der Mikroorganismen ist ein spezieller pH-Wert der Haut erforderlich. Das empfindliche Gleichgewicht der Mikroorganismen hat ein so genanntes pH-Wert-Optimum. Dieses liegt im leicht sauren Bereich von pH 4,8-5,5, trägt zur Hautgesundheit bei und sorgt dafür, dass alle Funktionen auf und in der Haut richtig ablaufen.

pH steht für potentia hydrogenii = „Die Macht des Wassers“.

Je nach Lokalisation am Körper unterscheidet sich dieser pH-Wert leicht. Denn er wird maßgeblich davon beeinflusst wie viele Schweiß- und Talgdrüsen in den unterschiedlichen Arealen vorhanden sind. Auch der Begriff „Säureschutzmantel“ beschreibt den sauren Charakter der schützenden Schicht, die auf unserer Haut liegt. Eine Verschiebung des pH-Wertes begünstigt die Entstehung einer krankmachenden Mikroflora und damit die Bildung von Entzündungen in der Haut. In Studien konnte beobachtet werden, dass viele Hautveränderungen und Hauterkrankungen mit einem erhöhten pH-Wert einhergehen. Ein Kreislauf, der nur schwer zu durchbrechen ist!

Das Mikrobiom – Regenerieren, stärken, erhalten

Ein gesunder Säureschutzmantel und damit eine gesunde Hautflora lässt sich durch sauer eingestellte Kosmetikprodukte einfach unterstützen. Ein intakter Säureschutzmantel funktioniert wie eine Art Puffer. Er kann Angriffe von außen, die den pH-Wert verschieben wollen, in einem gewissen Rahmen ausgleichen, ohne dass dabei die Hautbarriere geschädigt wird. Ist die Hautbarriere aber bereits geschädigt, funktioniert diese Pufferwirkung weniger gut und ein Barriereschaden kann schneller entstehen.

Im Alltag können wir einige Dinge beachten, um unsere natürliche Hautflora zu stärken. Langes und zu heißes Duschen und die Verwendung von Seifen sollte vermieden werden. Denn dies führt nicht nur dazu, dass hauteigene Lipide (Fette) ausgewaschen werden, auch der Säureschutzmantel wird geschädigt. Denn der pH-Wert von Trinkwasser liegt bei ungefähr sieben bis acht und entspricht demnach nicht dem optimalen pH-Wert der Haut. Beim Duschen eignet sich eine seifenfreie, milde und rückfettende Reinigungslotion, wie die AESTHETICO cleansing lotion. Zur Reinigung des Gesichts eignet sich ein sauer eingestelltes Produkt, wie der AESTHETICO active foam. Durch die enthaltenen Glycol- und Salizylsubstanzen wird der Säureschutzmantel sowie das Hautmilieu gestärkt. Durch den niedrigen pH-Wert der Peelings wird bei jeder Behandlung die Haut angesäuert. Salizylsäure hat gleichzeitig einen leicht desinfizierenden Effekt und wirkt so regulierend auf die Mikroflora der Haut.

Das Ökosystem der Haut

Der Mensch ist ein Superorganismus, der ohne seine Mikroorganismen nicht lebensfähig wäre. Das empfindliche Zusammenspiel kann leicht aus der Bahn geworfen werden. Die Vielfallt der Mikroorganismen, die sich auf der Haut befinden, trägt zur Gesundheit und zum Wohlbefinden bei. Weitere Forschungen sind notwendig, um das Mikrobiom der Haut und seine Bedeutung für die Physiologie genauer zu untersuchen. Wie stabil ist das Mikrobiom? Wie wird es genau durch unser Alter, die Ernährung, den Hormonstatus oder Antibiotika-Behandlungen beeinflusst? Ziel dieser Forschungen soll es auch sein, den Zusammenhang zwischen, der Entstehung von Hauterkrankungen und dem Mikrobiom genauer zu verstehen. Seien wir gespannt!

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